Das Weblog der MOApp Programm Manufaktur.
Tiraden, Kommentare, Fünde und Tipps von Michael & Ollerum.

Alles aus folgender Schublade: Kommentar



Die ALTernative

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Ich mag schon nicht auf meinem Telefon herum tatschen; ich ewiger BlackBerry-Nachweiner.

Und jetzt soll ich den Scheiß auch noch auf meiner Arbeitsmaschine ertragen? Auf einer Arbeitsmaschine, die mit einem verdammt guten Trackpad daherkommt, jetzt auch noch in vergrößert und noch besserer?

Ich soll also vom Bildschirm weg schauen, um etwas auf minimaler Fläche zu tun, was ich mit meinem Augen auf dem Bildschirm und dem gescheiten Trackpad, zusammen mit bewährten Tastenkürzeln, schon seit Jahrzehnten viel schneller und professioneller hinbekomme?

Und zum Ausgleich für die Spielerei darf ich mich dann auch noch verdongeln?

Ernsthaft?

Ich habe keinerlei Probleme mit dem USB C Anschluss an meinem kleinen MacBook. Das ist eine grandiose Schreibmaschine, mit der man sogar Apps schreiben kann und die man mit überall hinnehmen kann.

Aber es ist kein ‘Pro’ Teil. Das neue ‘Pro’ Teil von Apple kann man hier äußerst unterhaltsam beobachten:

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New Macbook Pro can’t walk & chew gum at same time

Jeder halbwegs vernünftige Mensch schleppt lieber ein etwas dickeres Book, mit gescheiten Anschlüssen und gutem Akku mit, wenn er richtig arbeiten und nicht nur spielen will. Es geht nicht um das Wegfallen von Anschlüssen per se; auch braucht keiner wirklichen mehr ein Super Drive.

So von vorgestern bin nicht mal ich. Und ja, das Display ist noch einmal besser geworden und das hätte ich auch gerne.

Was ich aber noch viel lieber habe ist der SD-Karten-Schlitz. Nicht für Bilder, sondern um auch unterwegs gescheite Time-Machine Sicherungen erstellen zu können. Bilder kann man heutzutage nun wahrlich kabellos besser und schneller übertragen, da gebe ich ihnen recht.

Aber so lange ich nicht mal in einem ‘Pro’ Teil die Möglichkeit habe eine Sicherung auf einem zweiten Laufwerk zu erstellen, kann ich das Teil nicht als Arbeitswerkzeug ernst nehmen.

Das kriegen andere um Längen besser hin:

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Xiaomi Mi Notebook Air 12.5″

Da kann man in ein qualitativ fast genau so gutes und nur ein Drittel so teueres Teil aus China ohne Probleme eine zweite schnelle SSD mit genormten Anschluss mühelos einbauen. Und da haben es geschafft, in ein genau so flaches Gehäuse neben USB C auch noch einen ‘normalen’ USB und HDMI Anschluss zu stecken.

Das Teil ist mehr ‘Pro’ als diese verspielten Flachmänner aus Cupertino. Nicht der Prozessor macht es, sondern die Benutzbarkeit. Haben die in Cupertino auch mal gewusst. Wie so vieles. Scheinen die nur leider über Nacht Tim vergessen zu haben.

Das war vor den Stickern:

Ich meckere und rante ja liebend gerne. Allerdings nicht, wenn anderer meiner Meinung sind. Ich bin ja lieber ganz alleine in meiner Kritik. Aber anscheinend kriegen es mittlerweile dann doch auch noch mehr mit. Leider nur wieder nicht die richtigen.

Also habe ich das in meinen Augen einzig Vernünftige getan, was ich jedem anderen auch nur anraten kann. Ich habe mir das alte MacBook Pro neu geholt. Das kann noch El Crapitan, hat ein gutes Keyboard, man kann die SSD halbwegs einfach wechseln und vergrößern und man hat dank des SD-Schlitzes auch unterwegs die Möglichkeit seine Daten auf einem zweiten Laufwerk zu sichern.

Die können eigentlich gescheite Dinge bauen; so sie denn wollen.

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Ich komm mir jetzt richtig wie ein Pro vor. Nur von gestern halt. Gestern hatte das MacBook (dank Ive) auch endlich nicht mehr nötig, MacBook auf sich stehen zu haben. Und jetzt ratet mal, was der Cooksche (ohne Ivsche) Fortschritt uns neu gebracht hat? Ja, jetzt müssen sie es wieder ganz dick fett vorne drauf schreiben.

Verständlich. Vom bloßen Ansehen hält das auch wahrlich keiner für eine ‘Pro’ Maschine. Und ja, ich habe sie mir genau angesehen bevor ich meckere. Und ich nehme mir eigentlich auch liebend gerne neue Dinge mit ins Haus.

Aber in diesem Fall bin ich richtig froh, eine ALTernative (genommen) zu haben …



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Von der Sehnsucht nach dem Osten

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Jetzt ist es also wieder einmal soweit. Und doch auch schon wieder soweit weg.

Weg. Weg. Weg. Nur weg.

Die einen in die eine Richtung. Die anderen in die andere. Und manchmal beides und dann wieder zurück.

Ich war jung, zu jung und der Fernseher noch schwarz-weiß. ARD, ZDF, Hessischer Rundfunk, DDR1 und DDR2. Onkel Otto und Schnatterinchen und Pickel und Liebeskummer.

Und schon so etwas, wie eine Sehnsucht. Die Sehnsucht nach dem Osten; oder eher nach dem Weg. Weg von hier und hin nach da – wenn oft auch unbewusst.

Und da zog es viele nach hier.

Und sie zogen. Und ich irgendwann auch. Nur halt nach da. Und ich hatte Spaß und Freiheit und immer noch Pickel und immer noch Liebeskummer.

Man nimmt sich mit.

Und seine Träume, seine Wünsche, seine Sehnsüchte. Hinterm Osten geht es auch weiter.

Im Westen eher nicht. Das merkt man nur erst später; manchmal auch erst zu spät. Im Westen nichts Neues.

Das ist keine Systemkritik, das ist Ernüchterung. Ich war im Osten nächte- und jahrelang nicht nüchtern. Ich war frei.

Doch die Sehnsucht blieb. Ein Gefühl ist kein Ort. Ein Traum ist kein Land. Das merkt man nur erst später; manchmal auch erst zu spät.

Einmal wissen dies bleibt für immer

Der Klaus wohnt bei mir um die Ecke und hat einen Rasenmähroboter. Ich hatte mal einen Trabbi. Er fährt jetzt einen dicken Volvo und ich bin mir sicher, das war nicht das Ziel.

Aber vielleicht der Weg.

Ich weiß es nicht, er vielleicht auch nicht und wir alle schon mal gar nicht.

Aber die Sehnsucht bleibt.

In mir und vielleicht auch in dir.

Und Jahre später versteht man dann, dass die Richtung vollkommen egal ist. Sehnsucht braucht keinen Kompass.

Hätte man das mal früher gewusst.

Dann hätte man vielleicht auch nicht von Einheit geredet.

Einheit ist kein Traum.

Es ist nicht uns allen passiert. Es ist jedem einzeln passiert.

Der Fehler war nicht die Einheit; der Fehler war das Verständnis. Dir ist etwas anderes passiert als mir. Im Osten ist etwas anderes passiert als im Westen.

Im Osten ist alles passiert. Im Westen ist nichts passiert. Im Westen nichts Neues.

Und jetzt ist der Westen überall. Ohne Verständnis.

So viele Träume, so viele Sehnsüchte und so viele Rasenmähroboter.

Man nimmt sich mit und wenn man bleibt ist man immer noch da und doch nicht weg.

Man ist halt eine Einheit. Ein Land ist keine Einheit.

Und diesen Fehler wiederholen wir jedes Jahr aufs Neue.

Am Tag der deutschen Sehnsüchte …



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Auch ein Halbmond geht nicht im Vakuum unter

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Die Menschheit lernt nicht dazu. Nicht ein Stück.

Was momentan in der Welt und just in diesem Augenblick in der Türkei vor sich geht, passiert ja nicht ohne Grund und die vermeintlich Bösen und Schuldigen sind oft nicht die, auf die sofort gezeigt wird.

Nichts passiert in einem Vakuum; nicht einmal Macht und deren Auslöserin, die Ohnmacht.

Menschen sind wie kleine Hunde. Und Politiker sind auch nur Menschen. Und manche Menschen sind halt kleine Arschlochkinder.

Und bei Arschlochkindern ist ja auch nicht das Kind das Problem. Es sind die Menschen drumherum.

Wer kleine Kinder und kleine Hunde auf den Teppich pinkeln lässt und dann dieses Verhalten begünstigt, in dem er nicht reagiert oder es gar noch fördert, der muss sich nicht wundern, wenn dann auch noch auf den Teppich geschissen wird.

Man hält eben nicht auch noch den anderen Teppich hin.

Mit der Zeitung zu drohen und sie bei Bedarf sogar einzusetzen ist keine schlechte Idee.

Aber genau daran scheitert es ja. Weswegen schaffen die Despoten dieser Welt denn wohl als erstes die Zeitungen ab und drehen die Wasserspritzer in die andere Richtung?

Wenn es tatsächlich momentan so etwas wie ein Vakuum geben sollte, dann ist es vor allem im Journalismus; und auch nicht wieder in den Ort, in den Ländern, auf die man sofort mit den Fingern zeigt.

Dieser, sich gerade auf den eigenen Gebetsteppich scheißende, Erdoğan kann doch nur durchdrehen, weil er durchdrehen darf.

Und das darf er nur, damit sich ein paar armselige deutsche (französische, holländische, usw.) Menschliche Nullnummern, die nicht nur auf jeden Teppich – sondern sich auch gerne mal in die eigene Jogginghose – pissen, weiter CDU und CSU (und deren Pendants) wählen.

Damit man weiter aus der Türkei mit deutschen Bomben die Länder bombardieren kann, deren Flüchtlinge man dann im Mittelmeer absaufen lassen kann, weil man die Milliarden lieber für neue Teppiche in die Türkei schickt.

All diese Dinge müssten täglich an oberster Stelle in deutschen Zeitungen stehen. Aber was ein Glück gibt es Fußball, Petry und Pokémon …

Was in diesem Jahr schon alles passiert und wie deutlich dieses 2016 uns eigentlich zeigen müsste, wie wenige konzentrierte Idioten ein ganzen Land mit Millionen Bewohnern, die nur halbwegs abgesichert und halbwegs ungefährdet ihr neues Smartphone kaufen wollen, in den Untergang reißen können, weil die Mehrheit tatenlos und schweigend an den unzähligen vollgepissten und vollgeschissenen Teppichen vorbei geht.

Während die wichtigsten und mächtigsten Menschen im Lande – die Journalisten – fast nur noch mit sich und ihrem eigenen Versagen beschäftigt sind oder im großen Ablenkungswahn schlicht unter gehen.

Und die wenigen, die wenigstens noch versuchen durch Schreiben und/oder auf die Straße Gehen die verbliebenen, unbeschadeten Teppiche zu retten, werden ja fast nur noch belächelt bis ausgebuht.

Und nein, ich meine nicht mich damit. Ich bin auch nur so ein selbstgefälliges Arschloch, das anderen gerne vorschreibt, was sie zu tun haben, um sich für ein paar Sekunden besser zu fühlen und sich nicht in Grund und Boden schämen zu müssen, weil ihm das Versagen und das Elend dieser Welt am eigenen Arsch und MacBook vorbeigeht.

So lange die eigenen Teppiche noch nicht stinken und noch nicht zu große Falten – vom eigenen darunter gekehrten Versagen – werfen, so lange halte ich es wie ihr. Ich bleibe mit erhobenem Zeigefinger schön daheim hocken.

Die Erdoğans dieser Welt wissen schließlich, dass auf uns in der Beziehung Verlass ist.

Noch schlimmer als ein nicht vorhandenes Vakuum ist nur die allgemeine Gleichgültigkeit …



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Wenn jahrzehntelang gezüchtete, egoistische Dummbeutel den vermeintlichen Höhepunkt ihres Lebens haben


Der Mensch per se ist komisch. Glaubt mir, ich muss es wissen, ich bin einer.

Egal wie hell(e) oder dunkel wir sind, wir müssen aus dem, was wir sehen und dem, was wir erleben, einen Sinn machen.

Dieser Sinn muss keinen Sinn ergeben. Klingt komisch – ist aber so. Dein Sinn muss nicht mein Sinn sein und unser aller Sinn muss nichts mit einer allgemein verständlichen Logik und schon gar nichts mit Fakten zu tun haben.

Was unser jeder Hirn täglich mehr oder minder erfolgreich versucht, ist eine Verbindung zwischen Ereignissen herzustellen, um sie besser einordnen zu können. Der Sinn des Hirnes dabei ist, Automatismen zu bilden und nicht vollkommen durchzudrehen.

Atmen, Scheißen, Fressen und dann wieder von vorne. Wenn man Glück hat, kommt da ab und an auch noch ein Ficken drin vor. Leider ist das bei vielen ja durch Fernsehen und dem krampfhaften Zwang, Dinge kaufen zu müssen ersetzt worden. Hier ist die Henne allerdings wirklich das Fernsehen. Vor dem Kaufen kommt die Werbung.

Wir sind allerdings nicht wirklich so toll dabei, Sinn zu machen, wie wir uns das gerne einbilden und einreden; die paar Millionen Jahre Evolution haben nicht wirklich ausgereicht.

So kommt es schon mal vor, dass wir Dinge irrtümlich verbinden, die zwar zeitlich und räumlich eine gewisse Nähe aufweisen – aber nicht unbedingt auch wirklich zusammen hängen.

Wenn so eine Bahn aber einmal in unserem einfältigen und auf Faulheit trainierten Hirn angelegt wurde, dann wird die eher verfestigt, als wieder abgebaut.

Je älter man ist, um so schwerer ist das Legen neuer Verbindungen.

Schaut man sich jetzt die Zahlen in Österreich, bei unseren besorgten Rentnern und jetzt bei den Engländern etwas genauer an, dann sticht da eines ganz deutlich ins Auge. Es sind die Alten, die ihre alte Zeit wieder haben wollen.

Daran ist erst einmal nichts verkehrtes. Früher war vieles besser. Jetzt kommt nur der springende Punkt. Dieses früher wird mit ‘vor der EU’ in Verbindung gebracht. Denn zeitlich kommt das wirklich hin.

Diese vielen, alten, verbitterten und im Schnitt mit sechs Stunden Fernsehen pro Tag dauerverblödeten Menschen kennen die Zeit noch, als sie noch nichts hatten und dann ein wenig Aufschwung kam.

In den Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern gab es halbwegs ausreichend Jobs für zwar nicht Alle – aber genügend – und halbwegs ausreichende Löhne. Wenn man von ‘ohne fließend Wasser und Strom’ zum eigenen Auto und eigenem Fernseher wechselt, dann bilden sich da Bahnen im Hirn.

Und dann kam der Wandel. Kalter Krieg zu Ende, Liberalisierung der Märkte. Globalisierung. MTV und all diese anderen schrecklichen Dinge. Die Ruhe und der Frieden war vorbei und die Jobs verschwanden.

In der Zeit bin ich groß geworden und in der und seit der Zeit bin ich im Abstand von ein paar Jahren immer mal wieder in England gewesen und ich bin nicht der einzige, dem das aufgefallen ist.

Jedes Mal war England etwas dreckiger, etwas kaputter und etwas weniger funktionierend.

Was soll den ein kleines, dauerabgelenktes und auf Egoismus getrimmtes Hirn sich für Bahnen legen, wenn zeitlich mit dem ‘Aufkommen’ der EU im eigenen Vorgarten Alles den Bach herunter geht?

Zu vereinfacht und polemisch für euch?

Verständlich. Euer Hirn redet euch nämlich ein, dass ihr etwas Besonderes und schlauer als alle anderen seid. Ich bin übrigens der Tollste und der Schlauste; sagt zumindest mein Hirn.

Eigentlich ist es nur simple Mathematik. Dazu muss man nur über den Teich schauen. Nein, noch eins weiter. Schaut euch die Wahlkämpfe in den USA an. Es sind seit fast immer genau fünfzig Prozent dööfer als der Rest; dabei ist es auch vollkommen egal, auf welcher Seite man steht.

Schaut euch Österreich an. Schaut euch England an. Die Hälfte aller Menschen ist vollkommen bescheuert. Und es sind immer die anderen.

Man muss unser Hirn einfach lieben.

Und doch gibt es da ab und an erstaunliche Dinge zu beobachten. Schaut euch mal die Zahlen der Iren und der Schotten an.

Jahrhundertelang auf Freiheit und Unabhängigkeit gebürstete Bahnen im Hirn und dann stimmen die mit überwältigender Mehrheit für den Verbleib.

Was ist denn bei denen bloß schief gelaufen?

Auch da gibt es eine einfache Erklärung – behauptet zumindest mein ach so schlaues und tolles Hirn. Die Queen ist schuld!

Die EU, bei allem Schwachsinn, steht vor Allem für Freiheit und Frieden.

Und Freiheit ist für die allermeisten Menschen etwas ganz Gefährliches und Schreckliches. Die Mehrheit der Deutschen hätte auch gerne wieder den Kaiser zurück.

Unser auf Faulheit getrimmtes Hirn – was nicht böse gemeint ist, schließlich sichert Faulheit das Überleben – will gesagt bekommen, wo es lang geht. Und noch viel entscheidender: unser Hirn braucht Sicherheit. Und für unser Hirn und unseren faulen Arsch ist Sicherheit etwas vollkommen anderes als Frieden.

Mit der EU war auf einmal vermeintlich nichts mehr sicher; meinte zumindest das Hirn. Für unser Hirn ist nämlich nur das wahr, was Sinn macht. Es kann für unser Hirn also nicht sein, was nicht sein kann, denn sonst würde es durchdrehen und man müsste den Arsch hoch bekommen.

Was hat das jetzt mit der Queen und den Schotten zu tun?

Ein Hirn, dessen Bahnen seit Jahrhunderten auf Freiheit getrimmt wurden, hat zwangsläufig lernen müssen, selbständig zu denken und nicht jedem Schwachsinn zu erliegen, der vermeintliche Bequemlichkeit und einfache Lösungen propagiert.

Irland war von der letzten Finanzkrise verdammt stark betroffen und dennoch haben die es geschafft, das eigene lethargische Hirn nicht in überwältigender Mehrheit auf das Märchen von der bösen EU reinfallen zu lassen.

In Schottland und in Irland – von manchen ganz schlimmen Stellen mal abgesehen – sieht es trotzdem auch nicht ganz so fies aus, wie, zum Beispiel, in den Midlands.

Und nein, das liegt jetzt nicht nur daran, dass Schaafe einfach Alles direkt besser aussehen lassen, mein von sich überzeugtes Hirn behauptet nämlich, dass Freiheit und der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit – einen verdammt wichtigen Verbündeten benötigt: die Solidarität.

OK. Es könnte auch daran liegen, dass in Schottland der Fernsehempfang lange schlechter war. Allerdings kommt das auf das Selbe hinaus: Egoismus ist der Feind von Freiheit und Frieden.

Mir kann es nur gut gehen, wenn es meinem Nachbarn auch gut geht. Ja, man glaubt es kaum – aber das war mal ein Gedanke der EU. Man kann über Kohl und all die anderen dicken, schwitzenden Männer in der Sauna, ja sagen, was man will – aber das hatten die verstanden.

Wenn ich mir aber lieber sagen lassen will, wo es lang geht und ich somit auch alle anderen für mein eigenes Versagen verantwortlich machen kann, dann geht mir der Blick für meine Nachbarn verloren, denn mein Hirn kann diese Bahnen gar nicht legen.

Die Aufgabe des ZDF Fernsehgartens und aller Frau suchenden Bauern ist nicht, Bahnen der Empathie in unseren Hirnen zu legen.


Mein erster Gedanke heute morgen, nachdem ich die Zahlen gesehen hatte, wie welches Alter abgestimmt hat, war ja, die EU lasse sich am einfachsten retten, in dem sie ganz schnell die legale Sterbehilfe für alle verbliebenen Mitgliedstaaten einführt.

Bevor ich jetzt verklagt werde, das ist Satire und da ich niemanden persönlich beleidigt und angegriffen habe, kann da nicht mal das OLG Hamburg etwas gegen machen!

Im Ernst. Der zweite Gedanke war, dass es vor allem ein Bildungsproblem sein muss. Schließlich haben wir in der gesamten EU ja immer noch ein völlig überholtes Schulsystem.

Wirklich? Ihr zählt Schweden zur EU?

Im Ernst, die zweite: Wenn es tatsächlich ein Bildungsproblem wäre, dann müssten ja gerade die jungen, arbeits- und hoffnungslosen gewesen sein, die gegen die EU stimmen, schließlich werden sie von der Schule mittlerweile ja komplett und auf allen Ebenen verfehlt. Sie sind es aber in überwältigender Mehrheit gerade nicht.

Und damit kommt mein Hirn mit seinen bereits festgefahrenen Bahnen wieder zu selbigen zurück.

Frieden und Freiheit. Egoismus und Geld. Angst und Verlust. Hoffnung und Aufbruch.

Wir als Menschheit sind nicht wirklich weit gekommen. Wir sind eine TV Show; auf HBO. Die einen können sich leisten sie zu schauen und die anderen kennen und können BitTorrent.

Vielleicht ist die Lösung nicht, die Alten, Verbitterten, Unzufriedenen von ihrem Elend zu erlösen - sondern die Jungen, Hoffnungsvollen endlich mitreden zu lassen.

Vielleicht ist die EU doch noch zu retten, wenn wir das Wahlalter direkt auf 16 - oder noch besser - auf 14 absenken.

OK, ich persönlich hätte auch kein Problem damit, wenn wir das Fernsehen auch einfach komplett abschaffen und ja, man könnte den Jungen ab und an auch ein Buch in die Hand drücken …



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Das Unwort des Jahrhunderts - oder der Zwergenaufstand der fettärschigen Egoisten.

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Ich lerne ja nicht dazu. Ich klicke – wider besseren Wissens – immer wieder auf Links. Und dann lese ich auch noch, was da steht.

Besonders schlimm reagiere ich ja auch auf diese fiesen Triggerworte. Heute dabei: H&M und Shitstorm. Mein Hirn hat ja sofort angefangen zu sabbern und direkt irgendwas mit Magermodel, Photoshop und Bangladesh zurecht gelegt.

Mehr als 83.000 Likes und 10.000 Shares hat die britische Studentin Ruth Clemens für ihren Post an die Facebook-Pinnwand des Modehauses H&M erhalten. Eigentlich wollte sie sich nur schnell eine Jeans kaufen – für 10 Pfund, ein wahres Schnäppchen.

In der Umkleide merkte sie jedoch schnell, dass aus dem Einkauf nichts wird. Denn obwohl die Hose als Größe 16 (in Deutschland eine 44) angegeben war, passte die schlanke und 1,80m große Frau nicht mal ansatzweise in sie rein. Dabei trägt sie normalerweise sogar Größe 42.

Wütend über diese unrealistischen Kleidergrößen veröffentlichte sie einen Post auf der Facebook-Seite von H&M, der auf extreme Resonanz im Netz stieß.

Shitstorm gegen H&M: Sind wir zu dick, oder ist das zu klein?

Ernsthaft? 83.000 Likes, weil da ein Schnäppchen für 10 Pfund nicht über den wabbeligen Bauch passte und nicht ein einziger stößt sich dran auf, dass die Hose für 10 Pfund zu haben ist?

Ohh, ja – ich weiß. Frauen sind schön, so wie sie sind und müssen sich nicht dünner hungern. Wie kann ich nur so etwas sagen, ich männlicher Arsch!

Es ist mir doch so dermaßen Scheiß egal, wie fett oder verhungert eine Frau, ein Mann oder alles dazwischen ist. Jemand, der es vollkommen OK findet, dass eine Hose 10 Pfund kostet, sich dann aber angepisst fühlt, weil der fette, geizige Arsch nicht reinpasst, kann niemals schön sein, egal in welche Klamotte er/sie/es sich gerade gequetscht hat.

Schönheit kommt von Innen und dieses Innen hat was mit Anstand zu tun. Eine hässliche Fratze ist eine hässliche Fratze, egal ob in Size Zero oder 4XL.

Man könnte meinen, das Problem mit dem in hässliche, zu billige Hosen Quetschen ist nicht, dass sie nicht passen, sondern, dass sie die Luftzufuhr zum Herz und Hirn abschnüren und da nützt auch keine Diät und auch kein anderes Größenlabel.

Können wir jetzt endlich bitte mal das Wort Schnäppchen zum Unwort des Jahres erklären? Dann könnte man den Größenwahn (Wortspiel verstanden?) nämlich auch für beendet erklären. Herz und Verstand können nicht groß genug sein!



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Wenn Frauen über Frauen berichten - oder die Frage nach den größeren Sexisten

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Mir war langweilig. Das ist die Übersetzung für: Ich hatte keinen Bock auf die Dinge, die ich eigentlich erledigen müsste. Also habe ich den Fehler begangen und Twitter geöffnet. Und dann habe ich den noch größeren Fehler begangen und habe folgenden Artikel gelesen, weil ich vorher einen Artikel über diesen Artikel auf Twitter empfohlen bekommen habe:

Vom Anti-Model zur Lachnummer

Und dann habe ich mich aufgeregt. Und dann noch mal. Zumindest habe ich jetzt was gefunden, was mich vor meiner eigentlichen Arbeit ablenkt.

OK – erst einmal musste ich googeln, um wen es dabei überhaupt geht. Meine Augen sind noch lose mit meinem Hirn verbunden, ich schaue kein Fern und lese keine Dinge, die Geld mit dem Elend anderer verdienen und an Menschen verscherbeln, die noch elender dran sein müssen, wenn sie sich daran aufgeilen können.

Aber anscheinend lasse ich mich doch auch ablenken und dann muss ich, wie all die anderen auch noch meinen Senf dazu geben. Lieder habe ich nur keinen gefunden, der den selben Senf hat.

Vielleicht, weil man sich mit meinem Senf nur unbeliebt machen kann; allerdings habe ich darin ja Übung. Also mache ich mich mal wieder noch unbliebter, als ich eh schon bin.

Denn ich behaupte jetzt mal dreist, dass kaum ein (bis kein) Mann so einen Artikel verfasst hätte; selbst die BZ kann es besser und das will was heißen.

Egal, womit man sein Geld versucht zu verdienen, egal womit man versucht im Rampenlicht zu stehen und egal, in wie vielen ‘Filmchen’ man vorher ‘mitgespielt’ hat – kein Mensch, kein Mann und keine Frau hat es verdient, dass eine schlechte Möchtegern-Journalistin sich für fünf Minuten besser fühlen kann, weil sie es einer anderen Frau mal so richtig gezeigt hat.

Da ist mir so eine D bis E Promiliene aber tausend mal lieber und sympathischer, als eine ach-so-bessere sexitische Antje Hildebrandt von der Welt.

Wenn hier irgend etwas windig ist, dann ist es ihre Einstellung nicht nur zu ihrem ‘Beruf’ sondern auch, wie man sich gegenüber anderen Menschen, gegenüber anderen Frauen verhält.

Und jetzt kommt die Stelle – nein, nicht wo, Frau Hildebrandt, nicht mal das kann sie richtig – sondern die Stelle, an der ich mich mal wieder noch unbeliebter mache:

Ich kenne mehr Frauen, die sich so verhalten, als Männer. Die Frau ist leider der Frau größter Feind; gerade, wenn es um solche Dinge geht …



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Warum man die braune Scheiße so schwer weg bekommt

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Momentan habe ich Hand. Nicht Rücken und auch nicht Füße; selbst der Kopf geht halbwegs.

Monate am Stück - und das oft bis fast immer 10/12/14/16 Stunden am Tag - nur mit Wacom und Trackpad arbeiten, ruinieren selbst die vom Dauerwichsen geübteste Hand irgendwann.

Also wird einbalsamiert, geschient und manschettiniert, wann und wo es nur geht und ich baue tausende von neuen Bahnen im meinem Hirn, weil ich Alles, was nicht Xcode und nicht Umsatz ist, momentan nur mit Links mache.

OK - ich versuche es zumindest.

Meine Support Emails werden auf einem klobigen ThinkPad mit Linux (Mint) beantwortet, genau so, wie dieser Text gerade mühsam und elendig langsam in die gute Lenovo Tastatur grobmotorisch gehackt wird.

Dafür kann ich mir bei dem hässlichen Teil wenigstens das Trackpad so einstellen, dass ich es gescheit mit Links bedienen kann und die ungeübte Hand auch ein paar der Tasten ohne Fehler erwischt.

Beides ist schlicht nicht möglich mit einem MacBook.

Das ist aber noch nichts gegen Kaffee machen und schon gar nichts gegen das Arsch Abwischen mit Links; zumindest, wenn man Rechtshänder ist.

Und ja, auch das Wichsen gestaltet sich dementsprechend.

Aber zurück zu der eigentlichen rechten braunen Scheiße …

Wie, warum und wozu dann erst so ein blödes Vorgeplänkel? Na - braune Scheiße kommt ja auch nicht von ungefähr und von jetzt auf gleich; die hat immer eine Vorgeschichte!

Denn das mit den neuen Bahnen im Hirn klingt in der Theorie gut und einfach. In der Praxis scheitert es am eigenen Arsch.

Und bei Arsch ist die braune Scheiße nun einmal nicht weit und gerne mal klebrig; ist man also ein Arsch, dann klebt gerne mal braune Scheiße an einem.

Und wenn man ein Leben lang Rechts gewöhnt ist, dann fällt einem das mit dem Links nicht wirklich leicht. Dazu muss man sich ganz schön verrenken.

Und jetzt stellt euch mal vor, ihr habt die braune Scheiße nicht nur am Arsch - sondern auch im Kopf …

Da ist es mit einer Rolle und einer kleiner Verrenkung schlicht nicht getan.



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